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Ministerin war beeindruckt

Yvonne Gebauer besucht drei Schulen im Kreis Düren

Kreis Düren. NRW-Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) stattete an einem Tag gleich drei Schulen im Kreis Düren einen Besuch ab. Beim Start im kreiseigenen Berufskolleg für Technik in Düren zeigte sie sich beeindruckt vom hohen technischen Standard und den pädagogischen Möglichkeiten, die den rund 1500 Schülern geboten werden. Weitere Station waren anschließend Haus Overbach in Jülich und die Primus-Schule in Titz.

Das Berufskolleg für Technik bietet unterschiedliche Abschlüsse bis zum Abitur. „Wer Interesse an einem ingenieurwissenschaftlichen Studium hat, wird gezielt darauf vorbereitet und hat in der Hochschule deutliche Vorteile“, sagte Schulleiter Erhard Kusch. Ebenso ist es möglich, den Hauptschulabschluss zu erlangen, die Fachoberschulreife oder die Fachhochschulreife. Das Schulprofil ist deutlich auf die berufliche Bildung in technisch orientierten Bildungsgängen ausgerichtet. Das Angebot umfasst Metall- und Maschinenbautechnik, Elektro- und Informationstechnik sowie Bau- und Textiltechnik. „Eines unserer wesentlichen Ziel ist es, junge Menschen im Kreis Düren zu halten“, sagte Schulleiter Kusch mit Blick auf den Fachkräftemangel. Das Berufskolleg für Technik kooperiert mit rund 500 Betrieben, die im Rahmen der dualen Ausbildung auch von der professionellen Ausstattung der Schule profitieren.

Davon konnte sich Schulministerin Gebauer überzeugen, als ihr während eines Rundgangs beispielsweise Einblicke in bildungsübergreifendes Lernen mit automatisierten und vernetzten Systemen auf Basis digitaler Technik präsentiert wurden. „Das Technik-Kolleg bietet gerade angesichts der heutigen technischen Anforderungen eine hervorragende Ausbildung“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn und kündigte an, dass der Kreis künftig weiter in seine Berufskollegs investieren würde.

Hervorragende Arbeit leistet mit seinem MINT-Schwerpunkt auch das Gymnasium Haus Overbach. Durch das Angebot der Junior-Akademie für die größeren Schüler und das der „fit-Ag“ schon für die jüngsten Schüler zeigt „Overbach“ wie mit spielerischem Ernst das Thema Naturwissenschaft und Technik vermittelt werden kann. Schulleiter Thorsten Vogelsang und seine Stellvertreterin Larissa Poetgens breiteten die ganze Palette der Möglichkeiten für die Ministerin und die Landtagsabgeordnete Patricia Peill aus.

Die Titzer Primus-Schule ist eine von fünf Schulen in NRW, die am Schulversuch teilnehmen, aber durch ihren besonderen Standort im ländlichen Raum einzigartig. Grundschule und Hauptschule sind in der Primus-Schule aufgegangen. Gerade für eine ländliche Gemeinde mit einer dörflichen Struktur im Umland ist es wichtig, eine intakte Schul-Infrastruktur bieten zu können. Außergewöhnlich ist die inzwischen gewachsene hohe Identifikation der Gemeinde mit „ihrer Primus-Schule“, die nicht zuletzt darin Ausdruck findet, dass es ein einhelliges Votum gab, das neue, angrenzende Baugebiet „Primus-Quartier“ zu nennen, wie Bürgermeister Jürgen Frantzen der Ministerin nicht ohne Stolz berichtete.

Für den Erfolg sorgt auch das gute pädagogische Konzept von Schulleiterin Stefanie Törkel-Howlett und ihrer Vertreterin Anja Schüürmann, das sie auf den Standort zugeschnitten „handmade by Titz“ nennen. Von der guten Ausstattung durch den Schulträger und der positiven Lernatmosphäre, in der gegenseitige Wertschätzung nicht nur vermittelt, sondern auch gelebt wird, konnte sich die Ministerin beim Rundgang überzeugen.

Die Erprobungsphase der Primus-Schule läuft noch bis 2023/24. Viele Punkte müssen berücksichtigt werden in der Entscheidung, wie es in Titz, den vier weiteren Standorten und ganz NRW weitergehen wird. „Ich komme aus der Lokalpolitik“, betonte Yvonne Gebauer mit dem Hinweis, dass ihr wohl bewusst ist, wie wichtig es vor Ort ist, frühzeitig um Weichenstellungen zu wissen. (red)

24.02.2019 / Super Sonntag Jülich / Seite 14