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Singen in bester Gesellschaft

Fortsetzung unserer Reihe „Vereine im Porträt“: Heute mit dem Frauenchor Anchora aus Jülich.

Kreis Düren Was wäre das Leben im Kreis Düren ohne bürgerschaftliches Engagement, bei dem sich täglich Menschen ehrenamtlich für das Wohl ihrer Mitmenschen engagieren? Im Interviewformat stellt die Zeitung am Sonntag regelmäßig Vereine und Verbände aus dem Kreis vor. Fortgesetzt wird die Reihe heute mit Sabrina Maubach und Gerlinde Rößler, Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Frauenchors Anchora aus Jülich.

Frau Maubach, Frau Rößler, erklären Sie bitte die Aufgabe Ihres Vereins in zwei Sätzen.

Sabrina Maubach/Gerlinde Rößler: Die Aufgabe des Chores Anchora ist bereits im ersten Absatz in unserer Satzung festgeschrieben: (der Chor) „dient dem geselligen Singen in der Chorgemeinschaft“. Dabei macht Singen gute Laune, stärkt die Lunge und das Immunsystem, ist somit einfach positiv und gesund. Schwerpunkt der Chorgemeinschaft – wie es im Wort schon liegt – ist das Singen und Treffen in Gemeinschaft.

Was ist das Besondere, vielleicht sogar Einzigartige, an dem Verein?

Maubach/Rößler: Einzigartig – vielleicht in Jülich – ist die Unabhängigkeit des Chores ohne irgendeinen Träger, wie zum Beispiel einen anderen Chor, eine Dorfgemeinschaft oder eine Pfarrgemeinde. Anchora ist ein Frauenchor mit einem einzigen Mann in seiner Mitte, das ist unser Chorleiter Günter Jansen. Die Chormitglieder sind zwischen 16 und 65 Jahre alt, und wir treffen uns in der Regel zweimal im Monat freitags, damit noch Raum für andere Aktivitäten an den übrigen Freitagen bleiben kann.

Warum ist der Verein für die Stadt wichtig?

Maubach/Rößler: Jülich hat viele gemischte Chöre und auch einige Kirchenchöre, mit Anchora wird die Bandbreite in der „Chorlandschaft“ einfach größer durch einen relativ großen Frauenchor. Wir singen ausschließlich weltliche, traditionelle Chormusik und solche aus unserer Zeit.

Vor welche Herausforderungen hat Sie die Corona-Pandemie gestellt?

Maubach/Rößler: In einer bunten Gemeinschaft gibt es immer auch Menschen, die aus triftigen und unterschiedlichsten Gründen nicht geimpft sind und somit während der Corona-Beschränkungen mit 2G und 2G+ nicht mitsingen durften und konnten. Auch das weite Abstandhalten untereinander war für die Eine oder Andere sehr schwer zu ertragen. Es wäre natürlich viel schöner, wenn man einfach „zusammenrutschen“ könnte. Dies war bei dem gebotenen Abstand lange Zeit – eigentlich bis heute – nicht möglich. Daher war die Chorstärke während der Pandemie sehr stark eingeschränkt. Auch die Enttäuschungen, wenn geplante Auftritte am Ende kurzfristig doch abgesagt werden mussten, waren eine Herausforderung für die Stimmung im Chor. Und trotzdem gab es immer wieder Grund zur Freude, wenn wir beispielsweise Besuch von Interessentinnen bei unseren Proben hatten, die sich für den Eintritt in den Chor entschieden haben und nun Chormitglieder bei Anchora sind.

Fortsetzung auf Seite 23

29.05.2022 / Super Sonntag Jülich / Seite 1